An(ge)dacht

Gedanken zur Jahreslosung 2018

Jahreslosung im Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Geburtstage, Beerdigungen, Klassentreffen oder auch Jahreswechsel können einen dazu bringen Rückschau zu halten und über das eigene Leben nachzudenken: Was ist aus meinen Träumen geworden? Welche Ziele habe ich noch? Bin ich mit meinem Leben, so wie es, ist zufrieden – oder fehlt da etwas? Zahlreiche Möglichkeiten bieten sich uns, unseren Lebensdurst zu stillen. Meistens packen wir viel in unser Leben hinein, in der Hoffnung, damit die Fülle zu haben. Selbst unsere Freizeit besteht zum Großteil aus Aktion. Zur Ruhe und in die Stille kommen wir dabei nicht. Voll ist unser Leben. Doch trotz der Fülle fühlen wir uns innerlich leer und müde – und lebensdurstig.

»Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.« Ob das stimmt? Ich werde misstrauisch: Umsonst? Was nichts kostet, kann auch nichts sein! In unserer Welt muss doch für alles bezahlt werden. Bei Gott, der das sagt, ist das wohl anders. Er schenkt voll ein, lebendiges Wasser, das den Durst stillt. Er nimmt uns an, so wie wir sind. Sinnvolles Leben besteht darin, sich auf Gott einzulassen und zu spüren, dass dort eine Quelle ist, wo wir auftanken und uns stärken lassen können. Davon erzählen die Psalmen, einige Geschichten der Bibel und auch Jesus selbst. Wir brauchen nur aus dieser nicht erschöpfenden Quelle zu trinken. Und dann?

Es bleiben in unserem Leben die Brüche, Fehlentscheidungen und verpassten Chancen. Es bleiben Krisen, Krankheit, Tragik und Tod. Jeder Mensch bleibt weiterhin geprägt durch das, was er erlebt hat, durch die Familie, durch das, was man »Veranlagung« oder auch »die Gene« nennt. Aber unsere Lebenswege sind noch nicht zu Ende geschrieben. Gott lädt uns ein, zu einem Leben mit ihm. Wir sind von höchster Stelle gewollt. Wir haben noch Lebenszeit vor uns. Diese Zeit gestalten wir selbst, denn wir sind auch die, die durch unsere eigenen Entscheidungen mit lenken, damit es besser wird mit uns und dieser Welt. Mit Gottes Hilfe tun wir das. Ich finde, das ist eine hoffnungsvolle Botschaft zum Beginn des neuen Jahres.

Pfarrer Ernst Schmidt aus Mettmann

Die Lutherdekade der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) startet in ihr letztes Themenjahr. Ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter werben bis Oktober 2017 für dieses Großereignis. Sie erzählen aus ihrer ganz persönlichen Sicht, was Reformation, Martin Luther und der christliche Glaube für ihr Leben bedeuten.

Gundula Gause, Jürgen Klopp, und Eckart von Hirschhausen gehören zu den mehr als 20 Prominenten, die sich für das Reformationsjubiläum engagieren. An dieser Stelle lassen wir sie zu Wort kommen.

Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben.

Jahreslosung 2017: Ezechiel 36,26

Ezechiel war ein Prophet, der zurückblickte, deutete und vorausschaute. Er war Sohn eines israelitischen Priesters und gehörte zur ersten Generation derer, die rund 600 Jahre vor Christus ins erste babylonische Exil geführt wurden.

In seinem Rückblick deutete er die Geschichte als Versagen des Volkes und seiner Führer vor Gott und die schreckliche Erfahrung des Exils als Gottes Strafe. Später in seinen prophetischen Schriften sieht er die Rückkehr des Volkes in seine Heimat und den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem voraus.

Damit Raum sein kann für etwas Neues, muss Anderes zurückbleiben. Und das ist oft gar nicht so leicht. Menschen verharren in ihrem Elend, bringen nicht die Kraft auf, sich von dem zu verabschieden, was schon lange nicht mehr gut tut.

Etwas ganz Neues anfangen, den Aufbruch ins Ungewisse zu machen, wann haben Sie das zum letzten Mal gewagt?
War das etwas, wozu Sie gedrängt wurden oder was aus Ihnen selbst heraus kam? – Ein Umzug in eine fremde Stadt, ein Jobwechsel, eine neue Beziehung? Was haben sie hergegeben und was gewonnen?

Die Jahreslosung will zu einem Neuanfang Mut machen:
Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben. Ezechiel richtet dieses Gotteswort an seine Landsleute und Glaubensgeschwister, die Vertreibung, Flucht und Heimatlosigkeit erlebt haben. Eine politische Dimension, die gegenwärtig eine besondere Aktualität hat. Mehr als 63 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht! Sie brechen auf, lassen Vieles zurück, um an neuen, noch unbekannten Orten von vorne anzufangen, einfach weil sie ihr Leben retten wollen.

Die Ermutigung, dass Neuanfänge mit Gottes Hilfe gelingen können ist eine Ermutigung für uns alle. An die, die fliehen müssen und an die, die ihnen bei einem guten Neuanfang helfen können.

Ich wünsche Ihnen für Ihre Aufbrüche, Kraft, viel Herz, Lebendigkeit und den guten Geist Gottes!
Ihr Pfarrer Lutz Martini

Kirche in Bewegung -
Reformation seit 500 Jahren im Rheinland

Kirche in Bewegung - Jahresthema 2017

Predigten

Einmal im Monat zeichnen wir einen Gottesdienst (CD-Gottesdienst) aus dem Gemeindehaus Sandheide auf, um ihn Gemeindegliedern zur Verfügung zu stellen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können. An dieser Stelle wollen wir in regelmäßigen Abständen eine Predigt im MP3 Format zum Download bereit stellen. Wer will, kann den Text der Predigt, soweit vorhanden, auch nachlesen.