An(ge)dacht

»Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!«

»Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!«
Rheinfall von Schaffhausen

Diese Tafel mit dem Vers aus Psalm 150,6 haben mein Mann und ich in unserem Urlaub auf dem Weg zur Aussichtsplattform am Rheinfall bei Schaffhausen gefunden. Der Text im unteren Teil der Tafel wurde von Karl von Greyerz geschrieben. In der deutschsprachigen Schweiz haben die Gesangbücher der Evangelisch-reformierten Kirche und der römisch-katholischen Kirche diesen Text als eine weitere Strophe zu dem uns ganz bekannten Lied »Großer Gott wir loben dich«.

In der Natur entdecke ich immer wieder aufs Neue Gottes Fußspuren. Da wo es gerade im Sommer überall grünt und blüht, die vielen Farben sichtbar sind oder ich an dem beeindruckenden Wasserfall stehe und die Natur beobachten kann, immer dann lässt es mich schnell einstimmen, in die Loblieder über die Wunder der Schöpfung.

All das wahrzunehmen, das zu entdecken führt dazu, dass ich staune. Staune über die Farben, über die Weite, über die Vielfalt. Gottes Schöpfung, sie trägt überall seine Spuren und zeigt: Gott thront eben nicht fern im Himmel, sondern er ist uns Menschen so nah wie die Luft, die wir atmen, wie die Sonne, die uns wärmt.

In Christus hat Gott uns gezeigt, wie menschlich er ist und handelt, welche überraschend kleine Spuren er in unser Leben zeichnet, auf welch bescheidene Weise er uns begegnet. Gerade dann, wenn wir es gar nicht erwarten oder erkennen, ist er bei uns und hinterlässt Spuren seiner Zuwendung und Hilfe in unserem Leben. Diese Gewissheit lässt mich aufatmen und gibt mir neue Kraft und neuen Lebensmut.

»Alles, was Odem (Atem) hat, lobe den Herrn!« Dieser Vers aus Psalm 150 ist der Abschluss der Psalmengebete. Er ist aber kein Schlusspunkt, sondern vielmehr ein Ausrufezeichen und ein Doppelpunkt. Denn es soll ja weitergehen … Das Lob Gottes will sich verbreiten, in die Welt hinein.

Ich wünsche uns deshalb in der kommenden Sommerzeit viele Möglichkeiten, in denen wir die Spuren Gottes entdecken können, die uns mit Freude ausfüllen und uns ein Loblied anstimmen lassen.

Diakonin Doris Treiber

Die Lutherdekade der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) startet in ihr letztes Themenjahr. Ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter werben bis Oktober 2017 für dieses Großereignis. Sie erzählen aus ihrer ganz persönlichen Sicht, was Reformation, Martin Luther und der christliche Glaube für ihr Leben bedeuten.

Gundula Gause, Jürgen Klopp, und Eckart von Hirschhausen gehören zu den mehr als 20 Prominenten, die sich für das Reformationsjubiläum engagieren. An dieser Stelle lassen wir sie zu Wort kommen.

Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben.

Jahreslosung 2017: Ezechiel 36,26

Ezechiel war ein Prophet, der zurückblickte, deutete und vorausschaute. Er war Sohn eines israelitischen Priesters und gehörte zur ersten Generation derer, die rund 600 Jahre vor Christus ins erste babylonische Exil geführt wurden.

In seinem Rückblick deutete er die Geschichte als Versagen des Volkes und seiner Führer vor Gott und die schreckliche Erfahrung des Exils als Gottes Strafe. Später in seinen prophetischen Schriften sieht er die Rückkehr des Volkes in seine Heimat und den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem voraus.

Damit Raum sein kann für etwas Neues, muss Anderes zurückbleiben. Und das ist oft gar nicht so leicht. Menschen verharren in ihrem Elend, bringen nicht die Kraft auf, sich von dem zu verabschieden, was schon lange nicht mehr gut tut.

Etwas ganz Neues anfangen, den Aufbruch ins Ungewisse zu machen, wann haben Sie das zum letzten Mal gewagt?
War das etwas, wozu Sie gedrängt wurden oder was aus Ihnen selbst heraus kam? – Ein Umzug in eine fremde Stadt, ein Jobwechsel, eine neue Beziehung? Was haben sie hergegeben und was gewonnen?

Die Jahreslosung will zu einem Neuanfang Mut machen:
Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben. Ezechiel richtet dieses Gotteswort an seine Landsleute und Glaubensgeschwister, die Vertreibung, Flucht und Heimatlosigkeit erlebt haben. Eine politische Dimension, die gegenwärtig eine besondere Aktualität hat. Mehr als 63 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht! Sie brechen auf, lassen Vieles zurück, um an neuen, noch unbekannten Orten von vorne anzufangen, einfach weil sie ihr Leben retten wollen.

Die Ermutigung, dass Neuanfänge mit Gottes Hilfe gelingen können ist eine Ermutigung für uns alle. An die, die fliehen müssen und an die, die ihnen bei einem guten Neuanfang helfen können.

Ich wünsche Ihnen für Ihre Aufbrüche, Kraft, viel Herz, Lebendigkeit und den guten Geist Gottes!
Ihr Pfarrer Lutz Martini

Kirche in Bewegung -
Reformation seit 500 Jahren im Rheinland

Kirche in Bewegung - Jahresthema 2017

Predigten

Einmal im Monat zeichnen wir einen Gottesdienst (CD-Gottesdienst) aus dem Gemeindehaus Sandheide auf, um ihn Gemeindegliedern zur Verfügung zu stellen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können. An dieser Stelle wollen wir in regelmäßigen Abständen eine Predigt im MP3 Format zum Download bereit stellen. Wer will, kann den Text der Predigt, soweit vorhanden, auch nachlesen.