An(ge)dacht

Nachhaltigkeit

Marburg 2018

Vor kurzem habe ich die altehrwürdige Universitätsstadt Marburg besucht. Auf dem Weg zum Schloss hoch über der Altstadt kam ich an diesen pittoresken Häusern und ihren romantischen Gärten vorbei. Häuser, die vor zwei- oder dreihundert Jahren gebaut wurden und immer noch Menschen ein schönes Zuhause bieten. Einfach gut!

So könnte man das viel benutzte Wort Nachhaltigkeit füllen und verdeutlichen, was damit gemeint sein kann. Da hat etwas über Generationen hinweg Bestand, hat Arbeit und Werkstoffe gelohnt.

Bereits 1972 hat der Club of Rome eine Studie mit dem Titel »Grenzen des Wachstums« erstellt und darauf hingewiesen, dass ein »Immer weiter so« mit dieser einen Welt nicht gut geht. Bemühungen um Umweltschutz und neues Nachdenken über Ökologie und einer Wirtschaftsethik, die auch das Wohl späterer Generationen im Blick hat, folgten diesem Impuls.

Über Nachhaltigkeit wird im Zusammenhang mit umweltbewusstem Produzieren, Konsumieren, Leben allgemein nachgedacht. Wie tief ist der ökologische Fußabdruck, den wir nach einem Menschenleben auf dieser Erde hinterlassen?

Wenn unser Leben nach unserem Lebensende eine Spur hinterlässt, wird die dann als hilfreich oder als hinderlich von anderen empfunden? Bei aller Vergänglichkeit, auch der unseres eigenen Daseins, wird es doch in dieser Welt des Werdens und Vergehens noch etwas Beständiges, Nachhaltiges geben.

Das ist zumindest die Hoffnung einiger Menschen, und auch meine Hoffnung. Im längsten Psalm der Bibel geht es nach der Überschrift der Lutherbibel um das »Güldene ABC« oder um die »Herrlichkeit des Wortes Gottes«. Dort heißt es: Herr, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht; deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde fest gegründet, und sie bleibt bestehen. Psalm 119, 89.90

In unseren Gemeinden haben wir in den Gottesdiensten und bei vielen anderen Gelegenheiten, wo wir uns auf das Wort Gottes einlassen und es weitergeben, Anteil an dieser göttlichen Nachhaltigkeit. Sie kann uns Hilfe sein in Zeiten, die manchmal wie vom Irrsinn regiert scheinen. Uns ist Beständiges versprochen: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.
Matthäus 24, 35
Lutz Martini

Gedanken zur Jahreslosung 2018

Jahreslosung im Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Geburtstage, Beerdigungen, Klassentreffen oder auch Jahreswechsel können einen dazu bringen Rückschau zu halten und über das eigene Leben nachzudenken: Was ist aus meinen Träumen geworden? Welche Ziele habe ich noch? Bin ich mit meinem Leben, so wie es, ist zufrieden – oder fehlt da etwas? Zahlreiche Möglichkeiten bieten sich uns, unseren Lebensdurst zu stillen. Meistens packen wir viel in unser Leben hinein, in der Hoffnung, damit die Fülle zu haben. Selbst unsere Freizeit besteht zum Großteil aus Aktion. Zur Ruhe und in die Stille kommen wir dabei nicht. Voll ist unser Leben. Doch trotz der Fülle fühlen wir uns innerlich leer und müde – und lebensdurstig.

»Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.« Ob das stimmt? Ich werde misstrauisch: Umsonst? Was nichts kostet, kann auch nichts sein! In unserer Welt muss doch für alles bezahlt werden. Bei Gott, der das sagt, ist das wohl anders. Er schenkt voll ein, lebendiges Wasser, das den Durst stillt. Er nimmt uns an, so wie wir sind. Sinnvolles Leben besteht darin, sich auf Gott einzulassen und zu spüren, dass dort eine Quelle ist, wo wir auftanken und uns stärken lassen können. Davon erzählen die Psalmen, einige Geschichten der Bibel und auch Jesus selbst. Wir brauchen nur aus dieser nicht erschöpfenden Quelle zu trinken. Und dann?

Es bleiben in unserem Leben die Brüche, Fehlentscheidungen und verpassten Chancen. Es bleiben Krisen, Krankheit, Tragik und Tod. Jeder Mensch bleibt weiterhin geprägt durch das, was er erlebt hat, durch die Familie, durch das, was man »Veranlagung« oder auch »die Gene« nennt. Aber unsere Lebenswege sind noch nicht zu Ende geschrieben. Gott lädt uns ein, zu einem Leben mit ihm. Wir sind von höchster Stelle gewollt. Wir haben noch Lebenszeit vor uns. Diese Zeit gestalten wir selbst, denn wir sind auch die, die durch unsere eigenen Entscheidungen mit lenken, damit es besser wird mit uns und dieser Welt. Mit Gottes Hilfe tun wir das. Ich finde, das ist eine hoffnungsvolle Botschaft zum Beginn des neuen Jahres.

Pfarrer Ernst Schmidt aus Mettmann

Foto: Lehmann

Monatsspruch August 2018

Lebensglück kann wachsen

Den Glauben wissenschaftlich beweisen zu wollen, macht ihn nicht sicherer. Ihn aber in deutlichen Gesten zum Ausdruck zu bringen, macht ihn wirklich und lebendig. Ob es Gott gibt oder nicht, darüber streiten Menschen schon seit Menschengedenken. Ob der Glaube selbstgebastelt ist oder nicht, darüber sind sich viele auch nicht einig.

Nichtsdestotrotz enthält der Glaube der Bibel eine Wahrheit, die greifbar werden kann: die Liebe. Die Liebe, die besagt, dass der Mensch ein geliebtes Geschöpf ist. Dass zu jedem neugeborenen Menschenkind ein „Ja“ gesprochen ist, ein „Ja, schön, dass es dich gibt“. Unabhängig vom sozialen Status, unabhängig vom Aussehen, unabhängig von dereinstigen Fähigkeiten.

Das Menschenkind muss keinen Katalog an Anforderungen abarbeiten, um dann demütig ein bisschen Liebe zur Belohnung in Empfang nehmen zu können. Nein, die Liebe steht bereit, wenn ein Mensch das Licht der Welt erblickt – sie ist sozusagen das „emotionale Grundeinkommen“ des Lebens. Wenn unsere Gesellschaft das nur ein wenig beherzigt, dann findet jeder seinen Platz darin.

Dann wird aus Mensch und Mensch eine Gemeinschaft, die lebt und Frieden schafft. Und, das Gefühl von Lebensglück kann sich entfalten und wachsen. Es kann sich vermehren, es kann geteilt und reicher werden. Die Liebe hat Potenzial, die Welt zu retten, wenn wir dabei bleiben, dass für Mensch und Mensch gilt: „Du bist bejaht und geliebt.“
Nyree Heckmann

Predigten

Einmal im Monat zeichnen wir einen Gottesdienst (CD-Gottesdienst) aus dem Gemeindehaus Sandheide auf, um ihn Gemeindegliedern zur Verfügung zu stellen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können. An dieser Stelle wollen wir in regelmäßigen Abständen eine Predigt im MP3 Format zum Download bereit stellen. Wer will, kann den Text der Predigt, soweit vorhanden, auch nachlesen.