An(ge)dacht

Monatsspruch Juni 2021
Monatsspruch Juni 2021

Gott ist da

Grafik: Pfeffer
Grafik: Pfeffer

Sofort danach drängte Jesus die Jünger, in das Boot zu steigen. Sie sollten an die andere Seite des Sees vorausfahren. Er selbst wollte zuerst noch die Volksmenge verabschieden. Als die Volksmenge weggegangen war, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Es war schon Abend geworden, und Jesus war immer noch allein dort. Das Boot war schon weit vom Land entfernt. Die Wellen machten ihm schwer zu schaffen, denn der Wind blies direkt von vorn. Um die vierte Nachtwache kam Jesus zu den Jüngern. Er lief über den See. Als die Jünger ihn über den See laufen sahen, wurden sie von Furcht gepackt. Sie riefen: »Das ist ein Gespenst!« Vor Angst schrien sie laut auf. Aber sofort sagte Jesus zu ihnen: »Fürchtet euch nicht! Ich bin es. Ihr braucht keine Angst zu haben.« Petrus sagte zu Jesus: »Herr, wenn du es bist, befiehl mir, über das Wasser zu dir zu kommen.« Jesus sagte: »Komm!« Da stieg Petrus aus dem Boot, ging über das Wasser und kam zu Jesus. Aber auf einmal merkte er, wie stark der Wind war. Da bekam er Angst. Er begann zu sinken und schrie: »Herr, rette mich!« Sofort streckte Jesus ihm die Hand entgegen und hielt ihn fest. Er sagte zu Petrus: »Du hast zu wenig Vertrauen. Warum hast du gezweifelt?« Dann stiegen sie ins Boot und der Wind legte sich. Die Jünger im Boot warfen sich vor Jesus nieder. Sie sagten: »Du bist wirklich der Sohn Gottes!«
Matthäus 14,22-33 in der Übersetzung der BasisBibel

Die Geschichte fasziniert mich. Der Erzählstil des Evangelisten Matthäus zieht mich mitten hinein ins Geschehen. Die Angst, das Erschrecken über Jesu Erscheinen, die Erleichterung über erfahrene Hilfe und Rettung, all das kann ich nachempfinden. Ganz besonders fasziniert mich dabei die Person des Petrus, der im Vertrauen auf Jesu Wort das Boot verlässt, der zunächst spürt, dass das Vertrauen trägt, doch dann den Blickkontakt zu Jesus verliert und plötzlich die Bedrohungen um sich herum übermächtig wahrnimmt und zu sinken beginnt.

Seit über einem Jahr nun ist unser Leben durch die Pandemie bestimmt und geprägt, auch unser Gemeindeleben. Sicher, wir haben etwas besser gelernt, die Gefahren einzuschätzen, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und wieder handlungsfähiger zu werden. Doch viele in der Gemeinde haben den Eindruck, dass sie (wie Petrus) den »Blickkontakt« zum Glauben und zu dem, was ihren Glauben stärkt, verlieren. Der Mangel an sozialen Kontakten, fehlende Präsenzgottesdienste und Präsenzangebote in der Gemeinde (wie zum Beispiel Gruppen, Gesprächskreise, Kirchencafé, Chorproben, Konzerte) machen sich immer stärker bemerkbar.

Der Blick richtet sich mehr und mehr auf das, was fehlt, was einem genommen ist und entwickelt dadurch einen Sog nach unten. Es stellt sich das Gefühl ein, »zu versinken«. Ein Blick auf Petrus zeigt aber auch, dass ein Blickwechsel wahre Wunder bewirken, die Erstarrung lösen kann, so dass »Blickkontakt« wieder möglich wird.

Unsere Homepage ist voller Angebote, die einem »unter die Arme greifen«, den Glauben stärken und der Seele guttun. Aber auch für die, die keine Möglichkeit haben, unsere Angebote über das Internet abzurufen, versuchen wir, auf vielfältige Weise Kontakt zu halten und den Glauben zu stärken. Denn Gott ist da und streckt uns seine Hand entgegen, damit wir festen Halt gewinnen. Das hat sich auch durch die Pandemie nicht geändert. Gott sei Dank.

Pfarrer Volker Horlitz

Predigten

Einmal im Monat zeichnen wir einen Gottesdienst (CD-Gottesdienst) aus dem Gemeindehaus Sandheide auf, um ihn Gemeindegliedern zur Verfügung zu stellen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können. An dieser Stelle wollen wir in regelmäßigen Abständen eine Predigt im MP3 Format zum Download bereit stellen. Wer will, kann den Text der Predigt, soweit vorhanden, auch nachlesen.

Gedanken zur Jahreslosung 2020

Grafik: GEP
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