An(ge)dacht

Grafik: Wendt
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Worauf baue ich?

worauf baue ich? Eine vielschichtige Frage – gerade in diesen Tagen. Wenn man auf etwas baut, dann will man auch, dass das »Gebaute« hält, dass die Hoffnungen und Planungen nicht enttäuscht werden, dass das Fundament standhaft bleibt und nicht wegbricht.

Dass man für ein Haus einen guten Untergrund für sein Fundament braucht, das ist glaube ich jedem klar – und das war auch schon zu biblischen Zeiten so: Im Matthäusevangelium (Mt 7, 24ff.) thematisiert Jesus: »Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.«

Jesus – der ist aber jetzt kein Architekt – und dass er und seine Jünger irgendwo mal ein Haus bauen – oder beim Bau helfen – das ist uns nicht überliefert. Aber Jesu Worte sind auch sehr oft metaphorisch zu verstehen – er benutzt Beispiele des täglichen Lebens, um den Menschen das Unfassbare, das Reich Gottes näher zu bringen.

Und so auch in unserer Stelle: »Wer diese Rede hört, und tut sie…«

Und damit sind wir wieder bei der Frage: Worauf baue ich? Worauf bauen Sie? In diesen Tagen vielleicht darauf, dass sich unsere Mitmenschen solidarisch verhalten? Dass sie sich an die Regeln halten, damit wir die Pandemie gemeinsam eindämmen können?

Vielleicht auch darauf, dass Sie und Ihre Lieben gesund bleiben?

Auf die Solidarität der Mitmenschen waren auch schon Jesus und seine Jünger angewiesen. Klar gab es – wir wissen es aus der Schrift – auch genügend Gegner. Aber Jesus und die Jünger haben immer wieder Menschen gefunden, die sie aufgenommen haben, bei denen sie essen und schlafen konnten. Und – ich glaube – das war die Mehrheit der Menschen, denen Jesus in den Dörfern und Städten begegnet ist. Allein wenn man liest, wie viele Menschen immer kamen und Jesus hören wollten, spricht vieles dafür.

Solidarität und Miteinander – gerade in der Zeit des Lockdowns mit Kontaktverboten wichtiger denn je. Auch wir sind immer noch auf die Solidarität unserer Mitmenschen angewiesen. Und da ist es traurig, wenn man liest, dass trotzdem noch Woche für Woche eine Gruppe Verschwörungstheoretiker und weltfremder Solidaritätsverweigerer in Düsseldorf demonstrieren – und sich dabei natürlich nicht an die Schutzmaßnahmen halten. Ihnen ist es egal, ob täglich Menschen sterben – nicht nur in den Altenheimen.

Aber uns als Christen darf das nicht egal sein. Das Christentum ist seit je her auf Solidarität, auf das Wohlergehen des Nächsten ausgelegt. Klar darf ich meine Meinung frei äußern – das sollen wir Christen sogar. Aber meine Freiheit hört da auf, wo ich die Freiheit des Nächsten einenge.

»Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann…« Wenn wir Jesus vertrauen, dann handeln wir richtig. Wenn wir in seine Nachfolge treten, dann sind wir solidarisch denkende Menschen, die auch immer unseren Nächsten im Blick haben. Und dann können wir auch auf einander bauen – und so gemeinsam diese Zeit durchstehen.

Bleiben Sie behütet!
Ihr Gabriel Schäfer

Predigten

Einmal im Monat zeichnen wir einen Gottesdienst (CD-Gottesdienst) aus dem Gemeindehaus Sandheide auf, um ihn Gemeindegliedern zur Verfügung zu stellen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können. An dieser Stelle wollen wir in regelmäßigen Abständen eine Predigt im MP3 Format zum Download bereit stellen. Wer will, kann den Text der Predigt, soweit vorhanden, auch nachlesen.

Gedanken zur Jahreslosung 2020

Grafik: GEP
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