An(ge)dacht

Gib nicht auf – fang neu an!

Aller Anfang ist schwer, sagt das Sprichwort. Und doch liegt darin auch etwas Gutes. Wenn ich neu anfangen muss, ist es oft schwer. Wenn ich neu anfangen darf, ist es oft eine Erleichterung, ein Schritt in eine gute Zukunft, eine hoffnungsvolle Perspektive.

Manch einer wünscht sich nach vielen Jahren und Jahrzehnten eine neue Chance. Das bisherige war vielleicht nicht so glücklich. Da scheint ein neuer großer Wurf nicht mehr möglich. Vielleicht gehen ein paar winzige Neuanfänge, aber mehr wohl nicht?

Bild: Rüdiger Pfeffer
Bild: Rüdiger Pfeffer

Das Gute, Schöne und Glückliche gilt es wohl bewusst und dankbar anzunehmen. Das Heillose und Unglückliche ist meistens nur schwer zu ertragen; von den großen Unglücken in unseren Beziehungen und Familien und den apokalyptischen Aussichten des Weltklimas und der kriegerischen und terroristischen Gewalt ganz zu schweigen!

Die Christen erinnern sich im Advent an den Moment, an dem Gott in einem Zimmer in Nazaret Maria kontaktierte: »Gegrüßt seist du, Maria. Der Herr ist mit dir. Du bist voll der Gnade« (Lukas 1)! Ganz unscheinbar beginnt da etwas ganz Neues: für Maria schwierig und wohl abenteuerlich, für die Menschheit unerlässlich, für Gott ein Risiko.

Gegen alle negativen Aussichten der Menschheit setzt Gott mit Maria einen neuen Anfang: Aus seinem tiefsten, innersten Wesen soll Jesus Mensch unter Menschen werden als ultimative Kontaktaufnahme Gottes mit den Menschen.

In der Kammer von Nazareth gab es damals diesen neuen Anfang. Und in der Kammer unseres Herzens kann es durch den Geist Gottes auch für uns einen neuen Anfang geben, zunächst ganz klein und unscheinbar – und dann wird er größer und zieht Kreise.

Egal was wir hinter uns haben – Gott steht für einen neuen Anfang bereit. Und einen solchen neuen Anfang sieht er vor für Junge und Alte, für Eingeschränkte und Belastete, für Suchende und Orientierungslose, aber auch für die, die sich eingerichtet haben und eigentlich nichts mehr erwarten.

Maria in der Kammer in Nazareth – und Du in Deiner Herzenskammer: Mich öffnen, damit ich ansprechbar bin für Gott und seinen neuen Anfang mit mir. Und das alles teilen mit meinem Nächsten, damit es Kreise zieht. Dafür brauchen wir einander. Eine gute Perspektive!

In ökumenischer Verbundenheit
Ihr Christoph Biskupek

Predigten

Einmal im Monat zeichnen wir einen Gottesdienst (CD-Gottesdienst) aus dem Gemeindehaus Sandheide auf, um ihn Gemeindegliedern zur Verfügung zu stellen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können. An dieser Stelle wollen wir in regelmäßigen Abständen eine Predigt im MP3 Format zum Download bereit stellen. Wer will, kann den Text der Predigt, soweit vorhanden, auch nachlesen.

Jahreslosung 2022

Jahreslosung 2022
Jahreslosung 2022

Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres. Wir wissen nicht, was es uns und der Welt bringen wird. Wir hoffen auf Gutes und wissen doch aus Erfahrung, dass auch manche Schwierigkeiten und Hindernisse uns auf dem Weg begegnen. Das letzte Jahr war durch und durch von Corona bestimmt. Wir hatten oft Sorge und Angst, viele Pläne ließen sich nicht umsetzen. Deshalb ist es gut, wenn wir etwas haben, dass uns für das neue Jahr Orientierung und eine Art Durchhaltehilfe gibt. Für viele Christen ist dies die Jahreslosung. (Die Jahreslosung ist ein Vers aus der Bibel, der jeweils drei Jahre im Voraus von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen gewählt wird.) Dieser Bibelvers für das Jahr 2022 ist aus Johannes 6,37 und heißt: „Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

In der Bibel erzählt das Johannesevangelium von vielen Menschen, die auf der Suche nach Leben sind. Sie suchen die Nähe von Jesus, weil sie spüren, dass von ihm eine besondere Lebenskraft ausgeht. Eine Lebenskraft, die Menschen satt macht an Leib und Seele. Die Menschen kommen zu Jesus, um ihm zuzuhören. Als sie Hunger haben, werden alle satt von wenigen Broten, die da sind. Dabei bleibt es nicht. Die Menschen erfahren, dass Jesus mehr für sie hat: tröstende, stärkende und orientierende Worte, die stützen und begleiten in vielen Herausforderungen.

Diesen Vers der Jahreslosung 2022 verstehe ich als Einladung. Auf unterschiedlichen Lebenswegen darf ich immer wieder zu Jesus kommen, zu ihm sprechen und auf ihn hören. Dies geht zu jeder Zeit, an jedem Ort. Bei Jesus gibt es keine Kontaktbeschränkungen, Einlasskontrollen oder eine kleine Zahl an Plätzen.

Die Jahreslosung ist für uns alle eine Zusage. Ganz gleich, was uns im neuen Jahr erwarten wird. Jesus hält die Türen offen, ich darf eintreten und alles mitbringen: meine guten Vorsätze, meine Sehnsüchte, meine Sorgen und Befürchtungen, meine Vorfreude, mein Scheitern und meine Neugier.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Jahr viele Erfahrungen in der Gemeinschaft mit Jesus machen und seine Nähe spüren können.

Diakonin Doris Treiber

Offene Türen