An(ge)dacht

Zusammen mit der katholischen Gemeinde St. Franziskus Hochdahl wird es ab jetzt an jedem Wochenende einen Wochen-Impuls geben, gestaltet von den Seelsorgeteams der beiden Gemeinden. Eine tolle Idee und ein neues Stück gelebte Ökumene hier in Hochdahl. Hier finden Sie die Impulse der letzten Zeit.

Die Geschichte von Vera Lytovchenko

Die letzten Wochen und Monate haben vielen von uns viel Kraft gekostet. Der Angriffskrieg, den Russland gegen die Ukraine führt, legt sich wie ein Schatten auf die Seele.  Die Bilder und Nachrichten, die uns täglich über die Medien erreichen, machen ratlos und verstärken das Gefühl der Machtlosigkeit. Der Krieg in der Ukraine, das Leiden der Menschen, all das zieht mich in seinen Bann, belastet mich, beschäftigt mich.

Und wenn es nicht der Krieg in der Ukraine ist, sind es die Corona-Pandemie oder der Klimawandel, die unsere ganze Aufmerksamkeit verlangen.

Doch zum Glück gibt es nicht nur das Dunkle in diesen Zeiten, sondern auch immer wieder Erfahrungen, die mich aufhellen. Bei mir sind es vor allem Geschichten, die mir neuen Mut und Hoffnung geben und mich aus der Erstarrung wieder in Bewegung bringen.  Das sind zum einen Geschichten aus der Bibel, aber auch Geschichten, die von aktuellen Ereignissen erzählen.

So etwa die Geschichte von Vera Lytovchenko, einer Musikerin, die in einem Bunker der ukrainischen Stadt Charkiw Violine spielt und mit ihrer Musik dafür sorgt, dass die Menschen für einen Moment den Krieg vergessen und an etwas anderes denken konnten.

Mit ihrem Spiel lässt sie uns erleben: Es gibt noch eine andere Welt in dieser Welt. Jesus nennt diese Welt das Reich Gottes. Es ist die Welt der Fürsorge, der Achtsamkeit und des Heilsamen. Immer wieder wird für mich davon etwas für einen Moment dort sichtbar, wo Menschen liebevoll und achtsam miteinander und mit der Welt umgehen, auf der wir leben.

So erfahre ich den Segen Gottes hautnah. Denn Segen bedeutet, Gott verbindet sich mit meinem Leben, schenkt mir immer wieder Kraft und Hoffnung, für andere da zu sein. In einer Liedstrophe aus dem evangelischen Gesangbuch heißt es: »Keiner kann allein Segen sich bewahren, weil Gott reichlich gibt, müssen wir nicht sparen. Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen, schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.«

Deshalb wünsche ich Ihnen und mir, auch in schweren und dunklen Zeiten den Segen Gottes nicht aus dem Blick zu verlieren und mich immer wieder von ihm berühren zu lassen.

Bleiben Sie behütet und gesegnet!

Pfarrer Volker Horlitz

Predigten

Einmal im Monat zeichnen wir einen Gottesdienst (CD-Gottesdienst) aus dem Gemeindehaus Sandheide auf, um ihn Gemeindegliedern zur Verfügung zu stellen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können. An dieser Stelle wollen wir in regelmäßigen Abständen eine Predigt im MP3 Format zum Download bereit stellen. Wer will, kann den Text der Predigt, soweit vorhanden, auch nachlesen.

Jahreslosung 2022

Jahreslosung 2022
Jahreslosung 2022

Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres. Wir wissen nicht, was es uns und der Welt bringen wird. Wir hoffen auf Gutes und wissen doch aus Erfahrung, dass auch manche Schwierigkeiten und Hindernisse uns auf dem Weg begegnen. Das letzte Jahr war durch und durch von Corona bestimmt. Wir hatten oft Sorge und Angst, viele Pläne ließen sich nicht umsetzen. Deshalb ist es gut, wenn wir etwas haben, dass uns für das neue Jahr Orientierung und eine Art Durchhaltehilfe gibt. Für viele Christen ist dies die Jahreslosung. (Die Jahreslosung ist ein Vers aus der Bibel, der jeweils drei Jahre im Voraus von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen gewählt wird.) Dieser Bibelvers für das Jahr 2022 ist aus Johannes 6,37 und heißt: „Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

In der Bibel erzählt das Johannesevangelium von vielen Menschen, die auf der Suche nach Leben sind. Sie suchen die Nähe von Jesus, weil sie spüren, dass von ihm eine besondere Lebenskraft ausgeht. Eine Lebenskraft, die Menschen satt macht an Leib und Seele. Die Menschen kommen zu Jesus, um ihm zuzuhören. Als sie Hunger haben, werden alle satt von wenigen Broten, die da sind. Dabei bleibt es nicht. Die Menschen erfahren, dass Jesus mehr für sie hat: tröstende, stärkende und orientierende Worte, die stützen und begleiten in vielen Herausforderungen.

Diesen Vers der Jahreslosung 2022 verstehe ich als Einladung. Auf unterschiedlichen Lebenswegen darf ich immer wieder zu Jesus kommen, zu ihm sprechen und auf ihn hören. Dies geht zu jeder Zeit, an jedem Ort. Bei Jesus gibt es keine Kontaktbeschränkungen, Einlasskontrollen oder eine kleine Zahl an Plätzen.

Die Jahreslosung ist für uns alle eine Zusage. Ganz gleich, was uns im neuen Jahr erwarten wird. Jesus hält die Türen offen, ich darf eintreten und alles mitbringen: meine guten Vorsätze, meine Sehnsüchte, meine Sorgen und Befürchtungen, meine Vorfreude, mein Scheitern und meine Neugier.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Jahr viele Erfahrungen in der Gemeinschaft mit Jesus machen und seine Nähe spüren können.

Diakonin Doris Treiber

Offene Türen