Besuch im Kongo

Flusspygmaeen in Ingende

Begleitet von John W. Kabango (VEM Wuppertal), besuchten Karin Pflug (Hilden) und Pfarrer Frank Wächtershäuser (Lintorf-Angermund) als Delegierte unseres Kirchenkreises die Partnergemeinden im Kongo. Über Paris ging es nach Kinshasa, von dort  per Inlandsflug nach Mbandaka und schließlich 250 km mit dem Geländefahrzeug über Urwaldpisten bis Ingende.

Während in Kinshasa die Stadtautobahn einen bleibenden Eindruck hinterließ, war es in der 350.000-Einwohner-Stadt Mbandaka unter anderem der Anblick des mächtigen Flusses Kongo. Projektbesichtigungen und Begegnungen, organisiert von der ortsansässigen Partnerkirche CDCC, standen hier auf dem Programm. So lernte man zum Beispiel Dr. Bosolo kennen, der mit einem Ambulanzboot in die abgelegensten Urwaldregionen fährt und dort sogar Operationen  ermöglicht.

Am sechsten Tag erreichten die Besucher Ingende (3000 Einwohner), bekamen dort je ein Zimmer, etwa so groß wie ein  Doppelbett. »Der Empfang und die Freude der Einheimischen über die Besucher sei ganz und gar überwältigend gewesen«, berichtet Pfarrer Wächtershäuser. Das dortige Treffen mit Kirchenkreisdelegationen hatte die Verbesserung der Lebenssituation vor Ort und die damit verbundene Rolle der deutschen Partner zum Thema.

Der Entwicklungsmitarbeiter Safari Kanyena aus dem Ostkongo arbeitet seit drei Jahren mit den Menschen an diesem Thema; er hatte es in Workshops und Seminaren intensiv vorbereitet. Gemeinsam hatte man als größtes Problem vor Ort die mangelnde Ernährungssicherheit erarbeitet. Der Boden dort ist durchaus fruchtbar und der Anbau von Pflanzen könnte das Problem beheben. Doch es gibt eine Mentalität der Schicksalsergebenheit. Der Glaube, dass man mit seiner Hände Arbeit etwas zum Guten verändern könne, existiert vielfach nicht. Frauen arbeiten hart und Pygmäen mussten früher immer für Bantus arbeiten; für viele andere haftet aber besonders der Feldarbeit ein Makel an.

Allerdings erkannte man: »Wir (!) müssen uns ändern, wenn sich etwas verbessern soll. Wir müssen unsere Möglichkeiten besser nutzen. Und wo wir Hilfe brauchen (Ausbildung, Werkzeuge  oder ähnliches), da bitten wir unsere Partner um Hilfe.« In den nächsten drei Jahren wird sich zeigen, ob den ehrlichen Einsichten auch eine veränderte Praxis folgt.

Karin Pflug