Das Paket

Bericht aus unseren Partnerkirchenkreisen Longa und Dianga im Kongo.

Gesundheitsstation in Longa

Die Gesundheitsstation in Longa war in einem schlimmen Zustand. Wer sie betrat, befand sich in einem düsteren, fast leeren Raum. Und es beschlich ihn der Gedanke: »Hoffentlich werde ich hier niemals auf Hilfe angewiesen sein.« Die Besucher gingen mit einer Mischung aus Frust, Empörung und echtem Mitgefühl zurück zu dem Boot, das sie hierher gebracht hatte. Und allen war klar, dass das hier nicht so bleiben darf.

Die Kirche im Kongo, der unser Besuch galt, hat mehrere hunderttausend Mitglieder. Das Generalbüro befindet sich in Mbandaka, jener Provinzhauptstadt, die man über keine Straße erreichen kann und wo Benzin in Flaschen verkauft wird. Direkt neben dem Büro, nur zwei Häuser weiter, befindet sich eine Filiale von DHL mit leuchtend gelb-rotem Schild. Irgendwie musste es also möglich sein, ein Paket nach Mbandaka zu schicken. Das Porto war üppig: 125 Dollar für 31,5 kg – doch das schreckte uns nicht ab, denn wir hatten noch die schlimmen Zustande in Longa vor Au-gen. Mit einem Mikroskop könnte man dort schnell und unkompliziert Malariaerreger im Blut nachweisen. Und ein gutes Operationsbesteck würde manch junger Frau, die mit einer schwierigen Entbindung hier ankäme, unnötiges Leid ersparen oder gar das Leben retten. Dr. Bosolo hatte uns so darum gebeten, die Instrumente in Deutschland zu besorgen!

Der Inhalt des Paketes war schnell zusammengestellt. Das Krankenhaus in Mettmann tat etwas dazu, eine Apothekerin spendete das Mikroskop und auch die vierfach auszufüllende Zollerklärung war nicht wirklich ein Hindernis. Dachten wir. Doch dann drangen immer mehr Warnungen an unser Ohr: Die Zollbestimmungen in Kinshasa seien sehr kreativ. Dagegen hatte sich DHL im Kleingedruckten geschickt abgesichert: Zusätzliche Fracht-, Zoll- und Lagerkosten gingen einseitig zu Lasten des Absenders.

Telefonate hier, Erfahrungsberichte dort, kurzum: Es sei ratsam, die Zollfragen in Kinshasa zu klären. Matthieu Mulumba, der Superintendent in Kinshasa, erklärte sich bereit, als Empfänger zu fingieren und sich um die Probleme vor Ort zu kümmern. Auf die 125 Dollar kamen noch mal 3 Dollar pro Kilo hinzu. Für die Luftfracht nach Mbandaka. Das Geschäftsmodell der DHL-Station in Mbandaka wurde uns immer unbegreiflicher.

Am 20. Juni 2016 startete unser Paket von Mettmann auf seine wundersame Reise in den Kongo. Die Spannung stieg. Per Sendungsnachverfolgung erfuhren wir eine Woche später, dass es nach Guatemala geschickt worden war; und von da aus weiter Richtung Afghanistan. Danach war es vom DHL-Orbit verschwunden. Da stellt man sich auf allerlei Problemen im Kongo ein – und dann das! Wir hatten das Paket schon aufgegeben – da kam am 18.7.16 eine Mail aus Kinshasa: unser Paket sei eingetroffen. Offenbar hatte es sogar den Zoll anstandslos passiert. Man brauche nur noch das Geld für die Luftfracht.

Die Registrierung bei Western Union wäre noch mal eine eigene Geschichte. Nachdem sie dreimal gescheitert war, bin ich schließlich zum Postschalter, um das Geld bar ein-zuzahlen. Am 15. August dann die Nachricht von Dr. Bosolo, dass unser Paket bei ihm in Mbandaka angekommen sei.

Doch wir wollen versuchen, ein zweites Paket auf den Weg zu bringen, diesmal für die Gesundheitsstation in Itotela. Das Besteck für Entbindungen und kleinere chirurgische Eingriffe kostet zum Beispiel 266,68 Euro.

Frank Wächtershäuser

 

Kollekte
Im Kindergottesdienst sammeln wir jeden Sonntag für unsere Partnerkirchenkreise Longa und Dianga im Kongo.

Informationen zur Kongo-Partnerschaft:
Ansprechpartner:
Pfarrer Frank Wächtershäuser
02102-3 59 61,  frank.waechtershaeuser@t-online.de
Spenden:
Kirchenkreis Mettmann, Stichwort »Kongo«, KD-Bank,
IBAN: DE22 3506 0190 1010 8620 23 BIC: GENODED1DKD.

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