Gemeindekonzeption 2014

Gemeindekonzeption 2014

Herausgegeben vom Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl
Verantwortlich: Pfarrer Volker Horlitz, Vorsitzender
Hochdahler Markt 9
40699 Erkrath

Die Gemeindekonzeption steht unter www.EvangelischeKircheHochdahl.de im Netz auch als pdf-Datei zum Download zur Verfügung.

Erkrath-Hochdahl, im März 2014

0. Vorwort

“Alles, was ihr tut mit Worten und Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus.“. Diesem Leitspruch aus Kolosser 3.17a fühlen wir uns nach wie vor verpflichtet. 2006 wurde die Gesamtkonzeption das erste Mal veröffentlicht. In einer sich immer schneller verändernden Welt muss Gemeinde in immer kürzeren Abständen Rechenschaft ablegen, wie sie die frohe Botschaft des Evangeliums in den unterschiedlichen Bezügen des Lebens verkündigen will.

Daher haben wir unsere Gesamtkonzeption nach 2009 nun erneut überarbeitet. Die ständig komplexer werdende Arbeit in der Gemeinde fordert eine immer stärkere Vernetzung und Transparenz, damit die einzelnen Aufgabenfelder nicht das Ganze aus dem Blick verlieren. Denn auch in der Gemeindearbeit gilt der Satz: Das Ganze ist mehr als die einzelnen Teile.

Die Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens (NKF), die Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit und die stetig wachsende Bedeutung des Internets sind zum Beispiel Instrumente, die dabei helfen sollen, die Transparenz und Vernetzung zu fördern.

Das vielfältige Gottesdienstangebot ist nach wie vor geistliches Zentrum unserer Arbeit. Hier erleben und erfahren Menschen Gemeinschaft, Trost, Ermutigung und Orientierung in ganz unterschiedlicher Weise. Die durchweg hohen Teilnehmerzahlen an unseren Gottesdiensten zeigen, dass es sich lohnt, hier viel Arbeitskraft und Kreativität zu investieren.

Was aber wäre eine Gemeinde ohne die vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden. Rund 400 ehrenamtlich Mitarbeitende in unserer Gemeinde sorgen dafür, dass die Gemeindearbeit so vielfältig, und für viele Menschen attraktiv ist. Die intensive Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde sorgt dafür, dass man jeweils von den Stärken des Anderen profitiert und gemeinsam deutlich mehr bewegen kann. Der erste ökumenische Stadtkirchentag im Sommer 2013 war ein deutliches Zeichen. Der monatlich stattfindende ökumenische Wochenausklang zeigt auch musikalisch, wo die Reise hingeht. Nach wie vor spielt natürlich das Haus der Kirchen in der ökumenischen Arbeit eine wichtige Rolle.

Eine umfangreiche Besuchsdienstarbeit von haupt- wie ehrenamtlich Mitarbeitenden versucht, mit Menschen an den unterschiedlichsten Wegpunkten ihres Lebens in persönlichen Kontakt zu treten und sie in Krisensituationen zu begleiten. Die NeanderDiakonie steht der Gemeinde mit einem breit gefächerten Angebot kompetent und professionell zur Seite.

Unser Wunsch und unsere Hoffnung ist, dass möglichst viele Menschen unseren Weg mitgehen, mit uns Gemeinde gestalten und so der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl ein unverwechselbares Profil verleihen. Diese Gesamtkonzeption zeigt: Manches ist auf den Weg gebracht, doch es bleibt noch viel zu tun. Möge Gott uns auch weiterhin segnend begleiten.

Volker Horlitz, Pfarrer
Vorsitzender des Presbyteriums

1.1 Wie wir unseren Auftrag verstehen

Wer weiß, wo er oder sie hin möchte, kann leichter sein Ziel erreichen als jemand, der ziellos durch die Gegend irrt. Aber es ist nicht immer so leicht, in wenigen Worten zu sagen, wo man hin möchte. Das ist im persönlichen Leben so und erst recht in einer Gemeinschaft wie der Kirche.

Kirche ist niemals „fertig“, sie ist immer im Werden, wenn sie Gott treu und für die Menschen ihrer Zeit wirklich da sein will. Jeder Reformationstag erinnert evangelische Christen daran. Das Presbyterium, also der gewählte Kirchenvorstand unserer Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl, hat sich deshalb dazu entschieden, unsere Gemeinde als eine lernende Organisation zu begreifen und zu entwickeln. Das ist manchmal ziemlich anstrengend, manchmal machen wir auch Fehler. Aber in diesem schon länger laufenden Prozess haben wir viel erreicht und viel bewegen können. Gott sei Dank dafür!

Bereits 1997 hat das Presbyterium eine Vision für sein Bild von Kirche entwickelt. Sie ist unter 1.2. nachzulesen. Auf einer Klausurtagung am 1. April 2001 wurde dann ein Leitbild für die Evangelische Kirchengemeinde Hochdahl beschlossen. Sie finden es unter 1.3. Damit sind wir einen wichtigen Schritt gegangen, um das Glaubensfundament für die gemeindliche Arbeit in wenigen Sätzen verständlich auszudrücken. Das Leitbild formuliert das scheinbar Selbstverständliche, das aber dennoch jede und jeder über uns wissen sollte. Es soll allen, die bei uns mitarbeiten, einen gemeinsamen Rahmen für ihre oft sehr unterschiedliche Arbeit ermöglichen. Es soll aber auch allen, die darüber etwas wissen möchten, verdeutlichen, was sie von unserer Gemeinde erwarten können und woran wir uns selber messen lassen wollen.

2005 legte sich das Presbyterium auf 27 Ziele fest, die durch 90 Maßnahmen erreicht werden sollten. Darauf aufbauend wurde der Gemeinde und der Öffentlichkeit 2006 eine erste „Gemeindekonzeption“ vorgestellt. Wir haben dargelegt, wie wir den Auftrag der Gemeinde verstehen, wie wir unsere Dienste für Gott und die Menschen wahrnehmen, wo Schwerpunkte gesetzt werden und welche Einschnitte gegebenenfalls anstehen.

2009 hat das Presbyterium eine Zwischenbilanz gezogen. Dabei flossen auch die Ergebnisse der Mitgliederbefragung von 2007 ein. Mit der „Gesamtkonzeption 2009“ hat das Presbyterium nach vier Jahren das erste Mal seine Gemeindekonzeption aktualisiert. Die neue Ziel- und Maßnahmenplanung enthielt 45 Ziele, die durch 119 Maßnahmen erreicht werden sollen. Neun Ziele und Maßnahmen wurden mit Priorität versehen.

Anfang 2014 war es wieder an der Zeit, eine Aktualisierung vorzunehmen. Die Darstellung der gegenwärtigen Arbeit der Hochdahler Gemeinde geschieht nun anhand der fünf Handlungsfelder: Gottesdienst und Kirchenmusik, Allgemeine Gemeindearbeit und Seelsorge, Erziehung und Bildung, Diakonie und soziale Arbeit und Ökumene. Sie liegen auch der Systematik des neuen kirchlichen Finanzwesens zugrunde. Das will nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein Steuerungsmittel für die Arbeit des Presbyteriums insgesamt sein. Deshalb konnte auch die Angabe der Ziele und Maßnahmen gestrafft werden, weil einiges davon nun bei jeder Jahresplanung mehr oder weniger automatisch mit bedacht beziehungsweise geplant wird.

1.2 Unsere Vision als Kirchengemeinde (1997)

„Wir sind eine fröhliche Gemeinde, in der die Liebe Gottes spürbar und erfahrbar ist. Menschen gehören gerne zu uns, weil unsere Gemeinde ein Ort ist, wo sie eine Lebensperspektive finden können. Diese Lebensperspektive gründet auf dem Glauben, dass das Leben von Gott geschaffen ist und von ihm vollendet wird. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir für die da sind, die uns brauchen. Wir scheuen auch nicht davor zurück, uns deshalb in gesellschaftliche Fragen einzumischen. Wir gehen auf die zu, die uns den Rücken gekehrt haben oder die keine Beziehung zum Glauben haben. Wenn Kirchenferne unsere Lebendigkeit und unsere Gemeinschaft wieder spüren, fühlen sie sich von der Gemeinde angezogen.“

1.3 Leitbild der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl (2001)

“Alles, was ihr tut mit Worten und Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus.“ (Kolosser 3,17a)

Unser Auftrag

Die Evangelische Kirchengemeinde Hochdahl versteht sich als Teil der Christenheit. Wir glauben an Gott wie er uns in der Bibel bezeugt ist. Gott schafft, erhält und vollendet das Leben. In Jesu Leben, Sterben und Auferstehen hat er seine Liebe zu uns anschaulich gemacht. Durch seinen Geist wirkt er mitten unter uns in der Welt. Dieser Glaube gibt uns eine Lebensperspektive und Orientierung für unser Handeln. Ihn wollen wir mit anderen teilen, um Gottes Liebe so erfahrbar werden zu lassen. Als offene und lebensbejahende Gemeinde wollen wir Menschen in ihrem Alltag begleiten und ihren christlichen Glauben fördern.

Wir sind offen für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und -formen. Zu uns gehören Christen mit ihrer eigenen Glaubensgeschichte, deren Verbundenheit mit unserer Kirche sich verschiedenartig gestaltet. Wir verstehen die Vielfalt dieses gelebten Glaubens als eine Bereicherung unserer Gemeinde und wollen Menschen ermöglichen, als mündige Christen zu leben.

Wir laden alle Interessierten ein, sich entsprechend ihrer Erfahrungen und Begabungen zu engagieren. Unsere Gemeinde lebt davon, dass Menschen bereit sind, sich zur Ehre Gottes und zum Wohl des Nächsten und der Gemeinschaft einzubringen.

Wir begleiten unsere Mitglieder auf ihrem gesamten Lebensweg und nehmen ihre Bedürfnisse ernst. Deshalb machen wir vielfältige Angebote, die aus einer christlichen Lebensperspektive erwachsen.

Wir verkündigen das Evangelium von der Liebe Gottes in Wort und Tat. Dies geschieht in Gottesdiensten, Bildungsangeboten, Seelsorge, Diakonie und anderen Formen von Gemeinschaft. Dabei sind uns ganzheitliche Zugänge und Ausdrucksformen unseres Glaubens wichtig.

Wir verstehen die Welt als Gottes gute Schöpfung. Deshalb fühlen wir uns ihrer Bewahrung verpflichtet. Wir setzen uns für gerechte Verhältnisse sowohl vor Ort als auch in der Einen Welt ein. Wir bemühen uns darum, die Menschenfreundlichkeit Gottes auch außerhalb unserer Gemeinde spürbar werden zu lassen, indem wir gesprächsbereit, konfliktfähig und offen für die Zusammenarbeit mit anderen sind.

Unser Kirchenvorstand, das Presbyterium, verpflichtet sich und alle anderen, die an der Leitung der Gemeinde beteiligt sind, auf einen kollegialen, transparenten und kooperativen Führungsstil. Wir achten, schätzen und fördern den individuellen Beitrag und das Engagement aller Mitarbeitenden. Auch die Organisationsstrukturen werden ständig weiterentwickelt.

Wir gehören zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Als unierte Gemeinde fühlen wir uns sowohl lutherischen als auch reformierten Erkenntnissen und Traditionen verpflichtet. Gott bedient sich der Kirche in vielerlei Gestalt. Deshalb arbeiten wir mit anderen Gemeinden und Einrichtungen in unserem Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann und darüber hinaus zusammen und pflegen ökumenische Beziehungen.

Mit den uns anvertrauten Mitteln gehen wir effizient um. Für unsere Arbeit sind wir auch auf eine langfristig verlässliche Finanzbasis angewiesen. Wir sind auf der Suche nach zusätzlichen Möglichkeiten, um unseren Auftrag auch in Zukunft erfüllen zu können.

Die vollständige Gemeindekonzeption als PDF

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