Gebete im Gottesdienst – was steckt dahinter?

Vielleicht ist es schon eine Weile her, dass Sie in einem Gottesdienst waren. Und jetzt sitzen Sie wieder in einer Kirchenbank — in der Neanderkirche oder im Paul-Schneider-Haus in Hochdahl — und fragen sich: Was wird da eigentlich gebetet? Warum sagen alle gleichzeitig dasselbe?

Das ist eine gute Frage. Die Gebete im evangelischen Gottesdienst haben eine lange Geschichte — und einen guten Grund. Diese Seite erklärt die wichtigsten, kurz und ohne Fachwörter.

Vor dem Gottesdienst

Rüstgebet
Bevor der Gottesdienst beginnt, treffen sich die Beteiligten kurz in der Sakristei: Pfarrerin oder Pfarrer, Lektor oder Lektorin, Diakonin oder Diakon. Sie beten gemeinsam, um einen klaren Kopf, um Offenheit, um Gottes Begleitung. Ein stiller Moment, bevor es losgeht.

Zu Beginn des Gottesdienstes

Psalmgebet
Nach dem ersten Lied beten Gemeinde und Liturgin oder Liturg im Wechsel — ein Vers hier, ein Vers dort. Diese Texte stammen aus den Psalmen, den ältesten Gebeten der Bibel. Auswendig kennen muss man sie nicht: Sie stehen im Liedblatt oder im Gesangbuch.

Gloria
„Ehre sei Gott in der Höhe“ — ein Lobgesang, der schon in der Weihnachtsgeschichte vorkommt. Er sagt schlicht: Wir sind hier, und das ist gut so.

Kyrieruf / Sündenbekenntnis
„Kyrie eleison“ heißt auf Griechisch: „Herr, erbarme dich.“ Dieser Ruf ist sehr alt — und sehr direkt. Wir kommen nicht mit dem Anspruch, alles richtig gemacht zu haben. Manchmal weitet sich das Kyrie zu einem Sündenbekenntnis aus. Bei Abendmahlsgottesdiensten folgt dann die Absolution — die Zusage, dass Vergebung gilt.

Kollekten- oder Tagesgebet
Ein kurzes Gebet, das zusammenfasst, worum es heute geht — und auf die Bibellesungen vorbereitet.

Während des Gottesdienstes

Glaubensbekenntnis
„Ich glaube an Gott, den Vater…“ — das Apostolische Glaubensbekenntnis kennen viele noch aus Kindertagen. Hier sprechen es alle gemeinsam. Es muss sich nicht wie eine Überzeugungserklärung anfühlen. Es ist auch ein Mitbeten — ein Sich-Einreihen in viele Generationen von Menschen, die dieselben Worte gesagt haben.

Fürbitten
Hier betet die Gemeinde für andere: für Menschen in Erkrath und Hochdahl, für die, die trauern oder krank sind, für Frieden in der Welt. Der Blick geht nach außen.

Vaterunser
Das Gebet, das Jesus selbst gelehrt hat — vielen ist es noch vertraut.

Abendmahlsgebete
Wenn Abendmahl gefeiert wird, kommen weitere Gebete hinzu: das Sanctus („Heilig, heilig, heilig…“) und das Agnus Dei („Christe, du Lamm Gottes“). Sie klingen beim ersten Hören fremd.

Orientierung im Gottesdienst

Niemand muss sich hier auskennen. Im Gesangbuch gibt es ein Liturgieheft, das den Ablauf erklärt.

Einfach mal vorbeikommen.

Wenn Sie schon lange nicht mehr da waren und schauen möchten, wie sich das heute anfühlt: Sie sind willkommen — in der Neanderkirche und im Paul-Schneider-Haus in Hochdahl bei Erkrath.

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