Diakoniegeschichte – Von der Gemeindeschwester zur Diakoniestation

1905
Das Jahr, in dem die Neanderkirche fertiggestellt und am 23. Juli eingeweiht wurde. Aber mit dem Bau einer Kirche war es nicht getan. Hilfe für Menschen war angezeigt.
§ 1 Der Vorstand des Elberfelder Zweigvereins des Vaterländischen Frauenvereins sendet dem Vorstand der Gemeindepflege Hochdahl eine Gemeindeschwester, welche dort unter Anweisung des Vorstandes in der Armen- und Krankenpflege tätig sein soll…

So steht es in einem Vertrag, der am 4.9.1905 mit dem Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins Elberfeld abgeschlossen wurde und für den Vorstand der Gemeindepflege Hochdahl von Frau Ad. Boeddinghaus unterzeichnet worden ist. Aus den Akten geht weiter hervor, daß eine 1921 bestehende Krankenpflegestation von Frau Geheimrat Bayer und Herrn Kommerzienrat Boeddinghaus unterhalten wird, in der zu dieser Zeit Schwester Mathilde Huth tätig ist. Die Namen früherer Krankenschwestern sind nicht mehr zu ermitteln.

Nachdem am 4.4.1922 vom Vorstand der Ev. Kirchengemeinde Erkrath ein neuer Vertrag mit dem Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins abgeschlossen worden ist, ging die Arbeit ab 1.4.1922 vom Vorstand der Gemeindepflege in die Verantwortung der damals noch zuständigen Kirchengemeinde Erkrath über unter Weiterbeschäftigung von Schwester Mathilde. Die Kosten der Gemeindeschwester wurden aus einem Fonds gezahlt, der von der Familie Bayer hierfür zur Verfügung gestellt wurde. Mit Gründung der selbständigen Ev. Kirchengemeinde Hochdahl ab 1.4.1926 hat diese auch die Trägerschaft der Schwesternstation übernommen.

Nachdem sich der Gesundheitszustand von Schwester Mathilde im Laufe der Jahre weiter verschlechtert hatte und sie schon längere Zeit ihren Dienst nicht mehr ausüben konnte, hat das Presbyterium der Kirchengemeinde Hochdahl am 21.5.1937 beschlossen, den Vertrag mit dem Vaterländischen Frauenverein zum 30.9.1937 zu kündigen und die Gemeindeschwesternstelle aufzugeben. Durch Beschluß vom 8.7.1937 ist die Ausgestaltung der Abschiedsfeier für Schwester Mathilde dem Frauenverein Hochdahl übertragen worden.

1958
Am 10. Februar beschließt das Presbyterium einstimmig: Mit Wirkung vom 15. Februar 1958 wird Schwester Mathilde Ackermann vom Adelbert – Diakonissen – Mutterhaus Kraschnitz in Mettmann auf die neu errichtete Gemeindeschwesternstelle der Gemeinde Hochdahl berufen. …

Nach Aufhebung der vor dem Kriege vorhandenen Stelle, nach Krieg und Nachkriegszeit hat sich dann der seit 1953 in Hochdahl tätige Pfarrer Berchem nachdrücklich um die Neuerrichtung einer Gemeindeschwesternstelle bemüht.

In einer Zeit, als an qualifizierten Fachkräften großer Mangel herrschte und es ebenso schwierig war, eine geeignete Wohnung bereitzustellen hat es trotz intensiver Bemühungen des Presbyteriums mehrere Jahre gedauert bis endlich vom Mutterhaus Kraschnitz eine Diakonisse als Gemeindeschwester abgestellt werden konnte. Im Gottesdienst am 16. März 1958 ist Schwester Mathilde Ackermann in ihren Dienst in der Gemeinde Hochdahl eingeführt worden. Leider hat sie nur wenige Jahre die Aufgaben einer Gemeindeschwester wahrnehmen können. Schon im Frühjahr 1961 konnte sie aus gesundheitlichen Gründen ihre Tätigkeit nur noch stundenweise ausüben und ist dann im Einvernehmen mit allen Beteiligten im Herbst aus dem Dienst ausgeschieden. Schwester Mathilde wird sicher noch vielen Hochdahlern bekannt sein.

1979
18 Jahre war die Evangelische Kirchengemeinde Hochdahl ohne Gemeindeschwester. Das Diakonissen-Mutterhaus konnte keinen Ersatz für Schwester Mathilde stellen, so daß in der Zwischenzeit viele Dienste von der Krankenschwester des Amtes Gruiten Else Stieg wahrgenommen worden sind.

Nach mehreren Stellenausschreibungen und vielen Bemühungen konnte das Presbyterium dann endlich in seiner Sitzung vom 26.3.1979 beschießen, Frau Erika Küpper ab 1.7.1979 als Gemeindeschwester für die Ev. Kirchengemeinde Hochdahl einzustellen.

Zur gleichen Zeit wurde in den Presbyterien über die Errichtung einer gemeinsamen Diakoniestation für den Bereich der Ev. Kirchengemeinden Erkrath – Hochdahl – Mettmann verhandelt. Laut Satzung hat diese mit Wirkung vom 1. April 1979 ihre Arbeit aufgenommen und Schwester Erika war somit eine der ersten, die die Arbeit der Diakoniestation (Sozialstation) mit geprägt hat. In den inzwischen vergangenen weiteren 19 Jahren ist der Dienst in der Diakoniestation außerdem von den Schwestern Edeltraud Antonczyk, Christel Lobert, Christiane Ries, Claudia Leers, Birgit Antrag und Cäcilie Funk wahrgenommen worden. Zu diesen Mitarbeiterinnen gehörten außerdem verschiedene Aushilfen und Vertretungen.

In der täglichen Arbeit der Schwestern haben im Laufe der Zeit viele Änderungen stattgefunden, zuletzt durch die Einführung der Pflegeversicherung, die zu wirtschaftlichem Handeln zwingt. Die persönliche und seelsorgerliche Zuwendung, wie sie zum herkömmlichen diakonischen Auftrag der Kirche gehört, bleibt aber auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil des Dienstes der Schwestern.

Juli 2003
Gründung der Diakonie gGmbH und Übergang der Diakoniestation der Gemeinde in dieVerantwortung der gGmbH
Paul Kranenberg

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